Verfugen von Mauerwerk Schritt für Schritt – so machen Sie es selbst

Verfugen von Mauerwerk Schritt für Schritt – so machen Sie es selbst

Die Fugen im Mauerwerk sind nicht nur ein optisches Detail, sondern auch entscheidend für die Stabilität und Witterungsbeständigkeit eines Gebäudes. Mit der Zeit werden sie durch Regen, Frost und Temperaturschwankungen porös. Dann ist es notwendig, die Fugen zu erneuern, um das Eindringen von Feuchtigkeit und daraus resultierende Schäden zu verhindern. Mit etwas handwerklichem Geschick können Sie das selbst erledigen. Hier erfahren Sie, wie Sie beim Verfugen von Mauerwerk Schritt für Schritt vorgehen.
Wann ist es Zeit, die Fugen zu erneuern?
Bevor Sie loslegen, sollten Sie prüfen, ob eine Neuverfugung wirklich nötig ist. Typische Anzeichen für verschlissene Fugen sind:
- Die Fugen bröckeln, wenn Sie mit einem Schraubendreher darüber kratzen.
- Es gibt Risse oder kleine Hohlräume, in die Wasser eindringen kann.
- Nach Regen bleibt das Mauerwerk lange feucht oder zeigt dunkle Stellen.
- Erste Frostschäden oder Abplatzungen an den Ziegeln sind sichtbar.
Sind nur einzelne Bereiche betroffen, reicht oft eine partielle Ausbesserung. Wenn die Fugen jedoch tief porös sind, sollten Sie die gesamte Wand neu verfugen.
Vorbereitung – die Basis für ein gutes Ergebnis
Eine saubere und gründliche Vorbereitung ist entscheidend für die Haltbarkeit der neuen Fugen.
- Alte Fugen entfernen. Nutzen Sie eine Fugenfräse, einen Meißel oder Hammer und Meißel, um die alten Fugen etwa 15–20 mm tief auszukratzen. Achten Sie darauf, die Ziegel nicht zu beschädigen.
- Staub und Reste beseitigen. Entfernen Sie lose Partikel mit einer harten Bürste oder Druckluft.
- Mauerwerk leicht anfeuchten. Sprühen Sie die Wand mit Wasser ein, bevor Sie neu verfugen. So entzieht das Mauerwerk der frischen Mörtelmasse nicht zu schnell Feuchtigkeit.
Dieser Schritt ist zwar zeitaufwendig, aber entscheidend für eine gute Haftung und lange Lebensdauer der neuen Fugen.
Die richtige Mörtelwahl
Die Mörtelart muss zum Mauerwerk passen. Ein zu harter Mörtel kann alte Ziegel beschädigen, ein zu weicher bietet nicht genug Schutz. Grundsätzlich gilt:
- Bei älteren Gebäuden (vor ca. 1960): Kalkmörtel oder Kalkzementmörtel verwenden.
- Bei neueren Gebäuden: Zementmörtel, z. B. ein handelsüblicher Trasszementmörtel.
Im Baumarkt finden Sie gebrauchsfertige Fugenmörtel in verschiedenen Farben. Achten Sie darauf, dass die Farbe zu den bestehenden Fugen passt, wenn Sie nur Teilbereiche ausbessern.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Verfugen
Wenn die Vorbereitung abgeschlossen ist, können Sie mit dem eigentlichen Verfugen beginnen:
- Mörtel anmischen. Befolgen Sie die Herstellerangaben und mischen Sie den Mörtel zu einer festen, aber geschmeidigen Konsistenz.
- Mörtel einbringen. Mit einem Fugbrett oder Fugeisen drücken Sie den Mörtel kräftig in die Fugen. Arbeiten Sie von unten nach oben, damit kein Mörtel auf bereits fertige Fugen fällt.
- Fugen vollständig füllen. Achten Sie darauf, dass keine Hohlräume entstehen – sie könnten später Feuchtigkeit aufnehmen.
- Fugen profilieren. Sobald der Mörtel leicht angezogen hat, glätten Sie die Fugen mit einem Fugeisen. Je nach Stil des Hauses können Sie zwischen glatten, leicht vertieften oder halbrunden Fugenprofilen wählen.
- Mauerwerk reinigen. Wenn der Mörtel leicht angetrocknet ist, entfernen Sie überschüssige Reste mit einer weichen Bürste. Vermeiden Sie Wasser, bis der Mörtel vollständig erhärtet ist.
Nachbehandlung und Pflege
Lassen Sie die Fugen langsam aushärten. Bei warmem oder trockenem Wetter sollten Sie das Mauerwerk mit Folie abdecken, um ein zu schnelles Austrocknen zu verhindern. Bei Temperaturen unter 5 °C oder Frostgefahr sollten Sie nicht verfugen, da der Mörtel sonst Schaden nimmt.
Kontrollieren Sie Ihr Mauerwerk regelmäßig – am besten einmal im Jahr. Kleine Risse oder Abplatzungen lassen sich frühzeitig ausbessern und verhindern größere Schäden. So bleibt Ihr Mauerwerk dauerhaft geschützt.
Praktische Tipps für Heimwerker
- Arbeiten Sie möglichst im Schatten – direkte Sonne lässt den Mörtel zu schnell trocknen.
- Tragen Sie Handschuhe, Schutzbrille und gegebenenfalls Gehörschutz.
- Testen Sie die Mörtelfarbe an einer unauffälligen Stelle, bevor Sie die ganze Wand verfugen.
- Bei Unsicherheiten zur Mörtelwahl oder Technik lohnt sich die Beratung im Fachhandel oder durch einen Maurer.
Ein sauberes und langlebiges Ergebnis
Das Verfugen von Mauerwerk erfordert Geduld und Sorgfalt, ist aber ein lohnendes Projekt für Heimwerker. Neue, gleichmäßige Fugen verleihen der Fassade ein frisches Aussehen und schützen das Gebäude zuverlässig vor Feuchtigkeit und Frost. Mit der richtigen Vorbereitung und Technik erzielen Sie ein Ergebnis, das nicht nur gut aussieht, sondern auch viele Jahre hält.











